Reitlehrgang am Bönniger Hof <> Kinder auf dem Pferderücken <> Mit dem Trensen fängt alles an

Fürs Hufeisen wird Dusty bestochen

Von Esther Mai Foto: Lammertz

Dusty weis genau, was jetzt passieren wird. Er soll getrenst werden. Doch dazu hat der schöne Araber-Schimmel nun gerade keine Lust. Temperamentvoll schmeißt er seinen Kopf in die Höhe. Nun kommen Laura (9) und Miriam (7) nicht mehr an ihn heran. Doch so schnell lassen die beiden Mädchen nicht locker. Behende wird ein Leckerli aus der Tasche gezaubert und Dusty vor der Nase gehalten. Das ist zwar Bestechung, aber um ihre erste Reiterprüfung, das kleine Hufeisen zu bestehen, ist den beiden jedes Mittel recht.

Rücken immer durchdrücken: Früh übt sich, wer eine große Reiterin werden will.

Während Dusty genüsslich kaut, nutzen die beiden Pferdenärrinnen ihre Chance und streifen dem Wallach die Zügel über den Hals. Nun noch das Gebiss ins Maul, die Riemen an die richtige Stelle, und schon steht ein perfekt getrenstes Pferd im Stall.

Als Miriam und Laura den Ferienlehrgang auf dem Bönniger Hof begannen, wussten sie noch nicht, wie man ein Pferd zäumt. Nach vier Tagen ist das kein Problem mehr. Geduldig zeigt ihnen Karin Meyer jeden Morgen, wie man “sein” Pferd für die Reitstunde vorbereitet. Schon seit einigen Jahren bietet die erfahrene Reitlehrerin auf dem Hof der Familie Landwehrs Ferienkurse für Kinder an, damit sie den richtigen Umgang mit Pferden lernen.

Zaunblicke: Von den Großen kann man immer lernen.

reportage

Das kleine Hufeisen

 “Die meisten kommen zur Reitstunde, finden ein gesatteltes Pferd vor, und nach der Reitstunde fahren sie direkt wieder nach Hause. Eine persönliche Bindung zu dem Tier kann so nicht entstehen”, sagt Meyer. In den Ferienkursen kümmern sich indes immer zwei oder drei Mädchen um ein Pferd.

Während ein paar der 14 Lehrgangsteilnehmerinnen noch immer vermissten Reitkappen oder Handschuhen nachjagen, setzt sich die erste Gruppe in Richtung Reitplatz in Bewegung. Kaum sitzen alle auf den Ponys, gibt Karin Meyer schon die ersten Komandos. Denn neben dem gekonnten Umgang mit dem Pferd ist den Richtern, die nach einer Trainingswoche die Prüfung abnehemen, auch das Reiten wichtig.

So müssen die Amazonen alle drei Grundgangarten des Pferdes und die Hufschlagfiguren beherrschen. Während eine Gruppe eine Runde nach der Nächsten auf dem Hufschlag dreht, wendet die andere Gruppe ihr neu erlerntes theoretisches Wissen in der Praxis an: Leika, eine große Fuchsstute soll geputzt werden. Das Pferd aus dem Stall zu führen und auf dem Hof anzubinden, ist nach den wenigen Lehrgangstagen schon kein Problem mehr. Auch die kräftigen Striegelbewegungen werden wie von Profihand ausgeübt. Nach gut einer halben Stunde glänzt das Fell. Nur das Auskratzen der Hufe will noch nicht so recht klappen. Jedesmal, wenn Lisa (9) das Bein der gutmütigen Stute anheben will, verlagert diese ihr ganzes Gewicht auf das eine Bein. Unmöglich, dagegen anzukommen. Bei der Prüfung soll´s dann aber doch klappen. Daumendrücken also!